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Erstes Kapitel

Rückblick oder Blick nach vorn?

AUS ERFAHRUNG WIRD ZUKUNFT

Unser Jubiläum ist unser Startpunkt. Zukunft heißt für uns: aus Erfahrung lernen, ohne in ihr stehen zu bleiben. Unsere Geschichte sehen wir auch als Auftrag, diese Zukunft aktiv zu gestalten aus Verantwortung für kommende Generationen.

1926 – Vertrauen in die eigene Stärke

Das 100 Jahre alte erste Projektbuch, welches sich noch heute in unserem Archiv befindet. | Bild KI-generiert

Wir bedanken uns ganz herzlich für den Mut unseres Gründers – er hat erfolgreich den Grundstein zu 100 Jahren GRBV gelegt.

Aufbruch, Neugierde – ein Ingenieur mit Leib und Seele, ein Lösungsfinder oder jemand, der etwas verändern, verbessern wollte? Was für ein Mensch war Ernst Müller eigentlich? 
Offen gestanden wissen wir das nicht wirklich. Was wir aber wissen, ist Folgendes:

Am 1. April 1926 gründete Dipl.-Ing. Ernst Müller in der Plathnerstraße in Hannover ein Ingenieurbüro für Baustatik. Schon kurz darauf übernahm er Tragwerksplanungen anspruchsvoller Projekte – darunter der Neubau der Celler Maschinenfabrik und die Stadtbibliothek an der Hildesheimer Straße in Hannover (1929).

Beim Turmmagazin der Stadtbibliothek Hannover (Bauzeit 1929–1931) lag die statische Herausforderung vor allem in der damals innovativen Konstruktion: Hinter der Klinkerfassade steckt ein filigranes Stahlskelett mit Eisenbetondecken. Zehn Geschosse auf sehr kleinem Grundstück – das war für die Zeit anspruchsvoll und vorausschauend gedacht.

Stadtbibliothek Hannover | Wikipedia, gemeinfrei, Nutzer AxelHH

  • Gründung: 1. April 1926
  • Gründer: Dipl.-Ing. Ernst Müller
  • Sitz: Plathnerstraße, Hannover
  • Kernfokus: Statik und Konstruktion
  • Erster Meilenstein: Bereits 1933 wurde Ernst Müller als einer der ersten Ingenieure in Niedersachsen zum Prüfingenieur für Baustatik berufen, eine Institution, die erst Ende 1926 ins Leben gerufen worden war.

Die Namensgeber von GRBV vereint auf einem Foto

Generationen der Partnerschaft

Die Geschichte von GRBV ist eine Geschichte von Vorankommen und Weiterentwickeln durch Partnerschaft. Verantwortung teilen, Qualität sichern, Zukunft gemeinsam bauen ­­– ­als kontinuierliches Erfolgsprinzip über Jahrzehnte.

Die heutige Geschäftsleitung von GRBV vereint auf einem Foto

Verantwortung für den Berufsstand

Ingenieur sein bedeutet für uns auch, Verantwortung für den Berufsstand zu übernehmen. Mehrere Partner haben diese Verantwortung über Jahrzehnte in Verbänden und Gremien getragen, um die Interessen der Ingenieurinnen und Ingenieure gegenüber Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu vertreten und Zukunft nicht nur zu kommentieren, sondern mitzugestalten.

  • 1961 übernahm Hans Reissmann den Vorsitz des VBI im Landesverband Niedersachsen. Ihm folgten in diesem Ehrenamt Kurt G. Vogel, Hans U. Böckler und Dr. Roland Feix. Seit 2025 setzt Rouven Brückner diese Tradition fort.
  • Engagement im Architekten- und Ingenieurverein Hannover u.a. durch Horst Braemer, Reiner Nolting und Hans U. Böckler.
  • Mitwirken in der Vertreterversammlung und Ausschüssen der Ingenieurkammer Niedersachsen durch mehrere Partnerinnen und Partner seit Gründung der Kammer (1990).
  • Vorsitz und Mitarbeit in der Vereinigung der Prüfingenieure (VPI) und dem Verband Deutscher Eisenbahningenieure (VDEI) durch Kurt G. Vogel und Dr. Joachim Göhlmann.
  • Mitarbeit in der Vereinigung der Straßen- und Verkehrsingenieure in Niedersachsen durch Dr. Joachim Göhlmann und mehrere Mitarbeitende.
  • Mitarbeit im Präsidium und mehreren Ausschüssen der Hafentechnischen Gesellschaft (HTG) durch Dr. Jeannette Ebers-Ernst und mehrere Mitarbeitende.
  • Mitarbeit und Leitung im VBI-Ausschuss Konstruktiver Ingenieurbau und im VBI-Arbeitskreis Wasserstraßen durch Dr. Jeannette Ebers-Ernst und Johannes Herbort.
  • Vertretung der Beratenden Ingenieure im ISW (Initiative System Wasserstraße) durch Dr. Jeannette Ebers-Ernst und Johannes Herbort.
  • Mitarbeit im Kompetenznetzwerk building SMART durch Rouven Brückner und Björn Helfers.

Was nehmen wir mit?

Was bleibt, ist unser Verständnis von leistungsfähiger Ingenieurarbeit: Wir verbinden Expertise mit Erfahrung, Lernwillen und einem belastbaren Netzwerk. Und wir wissen: Tragwerke sind mehr als Berechnungen. Sie sind Verantwortung – für Menschen, Umwelt und Zukunft. Unverändert bleibt auch unser Menschenbild: Respekt, Vielfalt, Fairness und Partnerschaft auf Augenhöhe – mit Mitarbeitenden, Auftraggebenden und Planungspartnern.

Was muss sich ändern, damit nicht alles bleibt, wie es ist?

Unsere Rolle im Planungsgefüge: Wir denken Objekt- und Tragwerksplanung heute viel stärker ganzheitlich im Team mit allen Planungsbeteiligten – mit aktiver Schnittstellenpflege, offenem Wissenstransfer und echter Kooperation* über Gewerke hinweg. Nicht nacheinander planen, sondern miteinander denken. Wir nutzen digitale Chancen von BIM und Bauen 4.0, um Lebenszyklen zu bewerten, Varianten transparent zu vergleichen und die Anpassungsfähigkeit unserer Bauwerke von Anfang an mitzudenken. Und wir schaffen Räume, in denen Neugier, Diversität und Erfahrung sich täglich begegnen – damit aus „breit aufgestellter Expertise“ Fortschritt entsteht und wir die Transformation der Branche nicht nur begleiten, sondern mitgestalten.

* Nicht: “Jede:r macht sein Gewerk, und am Ende schauen wir, ob es passt.“ Sondern: “Wir entwickeln die Lösung von Anfang an gemeinsam.“

Neugier, der Mut zum Hinterfragen und der offene Austausch stehen bei uns im Mittelpunkt. Wir hören zu, prüfen Annahmen und lernen kontinuierlich – auch dann, wenn es bedeutet, einen eingeschlagenen Weg zu korrigieren. So entsteht Gestaltungswille: nicht aus Bauchgefühl, sondern aus Klarheit, Dialog und dem Anspruch, gemeinsam die tragfähigste Lösung zu entwickeln.

Unsere Werkzeuge ändern sich. Unser Maßstab für Qualität bleibt.

Projekt im Fokus:

Neubau Wohngebiet Kronsrode | Hannover

Hannover | Neuer Stadtteil Kronsrode

© TVN CORPORATE MEDIA GmbH & Co. KG

Die Komplexität der Aufgaben im Hoch- und Industriebau hat mich schon immer gereizt. Kernkompetenz sind historisch betrachtet natürlich die Tragwerksplanung sowie die Baustatische Prüfung. Unsere Projekte verlangen heute allerdings weit mehr. So erstreckt sich der Umfang unserer Planungen von der Begutachtung von Immobilien über ganzheitliche Planungs- und Beratungsleistungen, Instandsetzungen, Brandschutzsanierungen und Bauphysikalischen Untersuchungen bis hin zur Ausschreibung und Bauleitung.

Immer vor dem Hintergrund einer ökologisch und ökonomisch optimierten Umsetzbarkeit.

Dipl.-Ing. Rouven Brückner | Geschäftsführender Gesellschafter

Bild KI-generiert

Was bringt und braucht die Zukunft?

Innehalten am Startpunkt | Seit 100 Jahren denken, planen und bauen wir Lebensräume und Infrastruktur: Brücken, Wasserstraßen, Wohnhäuser, Lernorte, Industriegebäude, Schleusen – und vieles mehr. In diesen zehn Jahrzehnten haben sich die Bedürfnisse der „Welt“ grundlegender verändert als je zuvor.

Unser Jubiläum ist deshalb kein Rückblick aus Nostalgie. Es ist ein bewusstes Innehalten – und gleichzeitig ein Startpunkt. Denn unser Blick richtet sich nach vorn: auf das, was kommt. Die Vergangenheit ist eine unserer Lernquellen. Aus erfolgreichen Projekten ebenso wie aus Herausforderungen haben wir Erfahrungen gewonnen, die wir heute nutzen, um begründet und vorausschauend zu planen. Entscheidend ist nicht, was war. Entscheidend ist, was wir daraus machen – und wie wir daraus Zukunftsfähigkeit bauen.

Zukunft heißt: aus Erfahrung lernen, ohne in ihr stehen zu bleiben.

Demografie, Klimaschutz, Energieversorgung, Digitalisierung – und viele weitere Themen stellen neue Fragen an das Planen und Bauen. Gesellschaftliche Verhältnisse, Lebens- und Arbeitsgewohnheiten verändern sich. Mobilität ebenso. Unsere 100 Jahre als gestaltende Ingenieure geben uns eine starke Basis. Sie ersetzen aber nicht die Aufgabe, unsere Expertise stetig weiterzuentwickeln und zu hinterfragen. Denn viele neue Fragen lassen sich nur teilweise mit alten Lösungen beantworten.

Unsere Aufgabe ist deshalb klar: flexibel bleiben, neugierig bleiben, vermeintlich bekannte Antworten immer wieder prüfen. Auf Basis von Erfahrung – und mit neuem Wissen.

Neugier ist kein Stil. Sie ist Antrieb.

Kapitel 2

Team und Kultur

Zusammenarbeit im Wandel