Goslar | Bramkebrücke
Eine gebaute Entscheidung im Spannungsfeld von Wasser, Landschaft und Bestand
Gedacht.
Die Bramkebrücke ist eine gebaute Entscheidung darüber, wie Erreichbarkeit, Sicherheit und Naturschutz zusammengebracht werden können.
Der Ort stellt harte Rahmenbedingungen: Die Brücke liegt über dem Okerstausee im Nationalpark Harz, zugleich in einem Überschwemmungs- und Trinkwasserschutzbereich. Dazu kommen volatile Wasserstände, sensible Natur- und Lebensräume sowie die verkehrliche Bedeutung der Verbindung im Zuge der L 517. Gleichzeitig war die Bestandsbrücke so geschädigt, dass sie erst nur noch eingeschränkt tragfähig war und nach weiteren Schäden schließlich voll gesperrt werden musste.
Die zentrale Entscheidung lag deshalb nicht im Neubau selbst, sondern im möglichst präzisen Eingriff.
Geplant.
Genau das leistet die gewählte Lösung: Statt zusätzliche Pfeiler im Stausee zu errichten, setzt die Planung darauf, die vorhandenen Unterbauten instand zu setzen und weiterzunutzen. Varianten mit neuen Pfeilern oder unten liegendem Tragwerk wurden verworfen, weil sie bei den schwankenden Wasserständen, im Schutzgebiet und mit Blick auf Aufwand und Eingriff unverhältnismäßig gewesen wären.
Stattdessen setzt die Vorzugslösung die vorhandenen Unterbauten instand und nutzt sie auf diese Weise weiter. So werden Arbeiten im Trinkwasser minimiert, zusätzliche Eingriffe vermieden und Bauzeit wie Risiko beherrschbar gehalten. Auch der Bauablauf folgt dieser Logik: Naturschutzmaßnahmen, Leitungsverlegungen und ein präzise geplanter Rückbau gehen dem Neubau voraus.
Gebaut.
Gebaut wird hier eine Abwägung: zwischen Tempo und Sorgfalt, zwischen technischer Robustheit und ökologischer Zurückhaltung. Genau darin zeigt sich Zukunftsverantwortung – als Entscheidung für eine dauerhaft tragfähige Lösung mit möglichst geringem Eingriff.
Die gebaute Entscheidung liegt hier im Zusammenführen von Tragwerk, Wärmeschutz, Lärmschutz und Förderlogik zu robusten, alltagstauglichen Wohnbauten.


